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Was ist das eigentliche Ziel?

Diese 4 Bilder stammen von 3 unterschiedlichen Pferden, die bei mir in Ausbildung sind oder waren. Alle Bilder haben eins gemeinsam. Nebst der Tatsache, dass sie alle das Muster des Parelli Natural Horsemanship Touch-it - Berühre es zeigen, zeigen alle Pferde Zeichen von Entspannung durch das Entlasten eines Hinterbeins. 

Mir reicht es bei meinen eigenen Pferden und auch bei Ausbildungspferden nicht, dass sie einfach nur eine Aufgabe wie hier das Touch-it ausführen. Ich möchte ganz im Sinne einer positiven Beziehung mit dem Pferd durch die Aufgabe eine Eigenschaft fördern. Bei den gezeigten Pferden ging es mir offensichtlich darum, die Entspannung in der Aufgabe zu finden. 

Das EINE Eigenschaft. Natürlich gibt es noch viel mehr Eigenschaften, die wir bei unseren Pferden fördern möchten und das hängt vom Ausbildungsstand und auch vom Pferdecharakter (Horsenality™) ab. Ich denke aber, dass wir uns einig sind, dass am Anfang immer die Entspannung stehen sollte.

Gerade bei diesem Muster des Berühre-es, ist es sehr hilfreich und auch sehr positiv für das Pferd, Entspannung zu finden. Schließlich simuliert das Berühren eines Podests oder eine Brücke wie hier auf den Fotos Situationen, in denen das Pferd ungewöhnliche Untergründe betreten sollte. Dazu können Brücken, Rampen von Pferdehängern, der Pferdehänger selbst, der Pferdetransporter, usw. gehören. Wer wünscht sich nicht, dass das Pferd eine positive Erfahrung macht, wenn es einen ungewöhnlichen Untergrund begeht?

Dabei ist es sehr unterschiedlich, wie schnell ein Pferd dabei Entspannung findet und hängt nicht zuletzt von seiner Pferdepersönlichkeit und den Erfahrungen ab, die das Pferd gemacht hat.

Die ersten beiden Bilder zeigen das selbe Pferd. Es handelt sich hier um ein Jungpferd, welches hier unter dem Sattel gestartet wurde. Seine Pferdepersönlichkeit ist eher souverän, neugierig, aufgeschlossen. Es hat wenig Erfahrung gemacht und so zeigte dieses Pferd sehr schnell die gewünschten Zeichen von Entspannung.

Das Pferd auf dem 3. Bild ist ebenfalls ein Jungpferd, das bereits erste Erfahrungen mit dem Menschen gemacht hat. Aufgrund der Tatsache, dass das Pferd ein Hengst ist, hat dieses Pferd nicht die optimalen Möglichkeiten, in einer Gruppe aufzuwachsen und von ihnen zu lernen. Darüber hinaus ist dieses Pferd als Lerner eher skeptisch, unsicher, blockierend. Diese Umstände machen neue Situationen für ihn schwieriger. So überrascht es auch nicht, dass die neue Lernsituation Berühre-es über 2 Stunden gedauert hat, bis es das erste Mal auf der Brücke (ein größeres Podest) stand. Leider konnte ich bei der ersten Session nicht ein deutliches Zeichen von Entspannung erhalten. Das Pferd hatte mental und emotional viel zu verarbeiten. Der Folgetag ist auf dem 3. Bild zu sehen. Diesmal auf dem kleineren Podest. Das Ganze ging ca. 10 Minuten inklusive dem Anwinkeln des Hinterbeins.

Auf dem letzten Bild ist ein weiteres Ausbildungspferd zu sehen. Die Stute ist eine sehr zurückhaltende, skeptische Stute. Sie lernt ähnlich wie der Hengst aufgrund der Skepsis eher langsam. Die Skepsis legt sie durch zahlreiche Wiederholungen ab. Das Positive bei solchen Pferden ist, dass sie das Gelernte nie in Frage stellen und auch nicht die Fragestellerin oder den Fragesteller.

 

Ich hoffe, dass dir dieser kleine Artikel hilft, den Wert der sieben Spiele und der Parelli Muster neu, bzw. anders zu beleuchten. Welche Eigenschaft möchtest du mit einer bestimmten Aufgabe bei deinem Pferd fördern?

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Umsetzung und verspreche dir, dass dies ein ganz spannendes Kapitel in eurer gemeinsamen Horsemanship Reise werden wird. 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Gaby Hellers (Samstag, 25 Januar 2020 20:59)

    Das ist ein sehr schön geschriebener Artikel. Von dieser Seite gesehen habe ich wieder vieles gelernt...für mich sind die sieben Spiele anfangs wirklich eine "komische" Sache gewesen. Warum sollte ich mein Pferd mit einer Plane behängen, warum sollte es durch einen Engpass gehen? Warum ein Podest....jetzt in level 3 erkenne ich überall sinn und zweck....ein stück plastik wird vom wind geweht uns doch egal wir können uns in einer plane einpacken...ein podest klar die Brücke im wald kein problem noch dazu eng....überall liegt sinn und zweck. Man muss nur genau hinsehen....so wie du es beschreibst und dann noch entspannt dazu was will man mehr..

  • #2

    Anja S. (Sonntag, 26 Januar 2020)

    Diesen Block hast Du sehr schön geschrieben Klaudia.
    Wir Menschen schauen zu oft weg und/oder nicht richtig hin. Sind gedanklich schon beim nächsten Schritt oder zu ungeduldig. Wer steht schon mehrere Stunden in einer Situation verharrend seinem Pferd zur Seite und glaubt dann noch an den einvernehmlichen entspannt genießenden Triumph, wenn die Aufgabe verstanden und ausgehalten wird und letztendlich Entspannung in der Situation gefunden ist? Alle Hochachtung!
    Die täglichen Herausforderungen und Ziele für Pferd und Reiter-in/Horseman/-woman hast Du gut dargestellt.
    Bei meinen Ausflügen rund um den Hof begegne ich alltäglichen Gebrauchsgegenständen und menschlichen Lebensweisen. Zäune, Baustellen inkl. Absperrungen, bummernden Maschinen, bellenden wachsamen Dorfhunden, enge Straßen, Autos mit teils klappernden Anhängern, verwinkelte nicht gut einsehbare Grundstücke, Hecken, Bauschutt oder Hausmüll, Flatterbänder und in den Wäldern Brücken, die nicht für die Passage mit Pferd konstruiert wurden.
    Das Pferd ist mein Partner und so sehe ich mich in der Pflicht, ihm meine Welt zu zeigen und von der Ungefährlichkeit diverser Eindrücke (zu laut, zu eng, zu unruhig, zu viele Verstecke in Hecken und Ruinen, zu viel Körperkontakt etc.) zu überzeugen. Die 7-Spiele sind unsere Freunde, die der optimalen Vorbereitung hierzu dienen. Und sollte auf unseren Streifzügen etwas nicht optimal verlaufen, können wir wieder auf die 7-Spiele zurückgreifen und die Situation in kleine Portionen zerlegend für Partner Pferd aufarbeiten und positiv verlaufend abschließen (es zählt jedes kleine verstandene Portiönchen). Wir Menschen müssen uns trainieren genau hinzusehen und danach zu handeln. Dazu muss ich meinen Partner gut beobachten, wie Klaudia bereits schrieb, um seine Gemütsverfassung emotional, mental, physisch zu erkennen. Ihm die Zeit geben die Eindrücke zu verarbeiten und dabei im Idealfall zu relaxen. Das macht mich Horsewoman für ihn in schwierigen Situationen zu einer glaubhaften verlässlichen Vertrauten/Partnerin.
    Ich freu mich schon auf weitere Blocks.

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